1989
BCor 2 (1524-1526)

Jean Rott, Reinhold Friedrich

Durchführung und Ausbreitung der Reformation (1525) - Bauernkrieg (1525) - Disputation von Baden (1526) - Bucer im Abendmahlsstreit zwischen Luther und Zwingli (1525/26)

In Straßburg führt der Rat evangelische Predigt und Lehre ein, hebt die katholischen Bräuche auf, schließt die Klöster, schafft den katholischen Messritus ab und führt die Kirchenzucht ein. Von der Reichsstadt Straßburg aus breitet sich die Reformation auch auf das elsässische und das badische Land aus. Bucer fasst bereits eine Reformation in Frankreich und Italien in den Blick.

Im Bauernkrieg verhandelt Bucer mit den Bauern. Seine, Capitos und Zells Gespräche und Predigten erreichen allerdings nicht das gesteckte Ziel, den Ausbruch anti-obrigkeitlicher Gewalt zu vermeiden. Für Bucer lassen sich die Forderungen der Bauern nicht mit dem Evangelium begründen.

Im Religionskonflikt setzt Bucer sich mit den römischen Zeremonien und mit der Messpraxis auseinander. Er rechtfertigt die Grundlagen evangelischer Lehre und sucht die eingeführten Neuerungen theologisch zu legitimieren. Auf der Disputation von Baden (Aargau) diskutiert Bucer darüber mit Johannes Fabri.

Nach dem Beginn des innerprotestantischen Abendmahlsstreits führt Bucer eine intensive Korrespondenz mit Luther und Zwingli über Karlstadts Abendmahlstraktate. Bucer hält Zwinglis Vorstellung einer geistlichen Gegenwart Christi, der von den Gläubigen im Mahl geistlich genossen wird, zunächst für plausibler als Luthers Lehre von der Realpräsenz, meint im Grundsatz aber auch mit Luther übereinzustimmen. Im Auftrag Bucers verhandelt Gregor Caselius mit Luther in Wittenberg über die Möglichkeiten einer Einigung. Das anti-schweizerische Syngramma Suevicum lehnt Bucer ab. Er verfasst seine vermittelnde Schrift Apologia Martini Buceri, qua fidei suae atque doctrinae, circa Christi Caenam, qua(m), tum ipse, tu(m) alij Ecclesiastae Argentoracenses profitentur. Bucer versucht, eine gemeinsame Sicht der gesamten reformatorischen Bewegung mithilfe der Diktion Zwinglis zu formulieren. In dieser Absicht trägt er bei der Übersetzung des Psalmenkommentars Johann Bugenhagens und des vierten Bandes der Kirchenpostille Luthers eine zwinglisch gefärbte Abendmahlslehre ein. Dies führt zu einer heftigen Kontroverse mit Luther.