2000
BCor 4 (Januar bis September 1530)
Berndt Hamm, Reinhold Friedrich und Andreas Puchta

Die Kirchenreform in Straßburg — Der Augsburger Reichstag 1530

Theologische Themen: Bucer rechtfertigt das Bilderverbot in Straßburg (Nr. 276), beschreibt die Einheit der Kirche trotz aller Lehrdifferenzen (Nr. 279) und legt die Marburger Artikel im Sinne der Straßburger Reformation aus (Nr. 279). Er strebt eine eine Reinigung von Lehre und Gottesdienst an (Nr. 289) und gibt eine begründende Darlegung des Glaubens und der Kirchenreform in Straßburg (Nr. 293).

Im Abendmahlsstreit strebt Bucer weiterhin eine brüderliche Verständigung an (Nr. 296), zumal er die Positionen immer noch für sachlich vereinbar hält (Nr. 320). Bucer beschreibt seine Vorstellung von der Gegenwart Christi im Mahl; sie erlaubt es ihm, hinter dem Streit der Parteien eine Einheit im Grundsatz wahrzunehmen (Nr. 326-329, 332). Dies bringt er gegenüber Melanchthon zur Sprache (Nr. 306, 313f., 317, 319f., 324, 328, 330, 332). Bucer klagt über Luthers Schroffheit (Nr. 273, 305, 321) wie die Polemik der Zwinglianer (Nr. 338, 341).

Auf reichspolitischer Ebene sind die Vorbereitungen und der Verlauf des Augsburger Reichstags sowie die Waffenstillstandspolitik, die Kaiser Karl V. in Anbetracht der Türkengefahr einschlägig. Thematisiert werden die militärischen wie diplomatischen Erfolge des Kaisers (Nr. 338) und seine Kriegspläne gegen die Schweiz (Nr. 312, 321) sowie die Absicht Karls, seinen Bruder Ferdinand zum Römischen König wählen zu lassen (Nr. 297).

Unter religionspolitischer Fragestellung bietet der Band Auskünfte über die Religionsverhandlungen auf dem Reichstag (Nr. 333) und die Religionspolitik Kaiser Karls V. (Nr. 308f., 319). Einige Bischöfen signalisieren Nachgiebigkeit gegenüber den Protestanten. Bucer schildert das Auftreten der Evangelischen: Philipp von Hessens Auftritt in Augsburg, Melanchthons Einheitsstreben und Luthers Standhaftigkeit (Nr. 275, 308, 324, 333, 338). Die Confessio Augustana, Confessio Tetrapolitana und die Confutatio.